Suchthilfebericht 2013

Pressemitteilung der HLS vom 23. Januar 2014:

Regionalisierung um welchen Preis?

Am 07. Januar 2014 hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) den bereits von der Vorgängerregierung angekündigten Suchthilfebericht veröffentlicht, der unter anderem über die zukünftigen Entwicklungen des Suchthilfesystems in Hamburg berichten will. Im Bericht wird von der BGV deutlich gemacht, dass das System der Suchthilfe in Hamburg den Betroffenen sowohl qualitativ als auch quantitativ effektiv hilft.

Verwundert stellt der gesamte Vorstand der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) fest, dass die im Bericht angedachte regionale Ausrichtung des Suchthilfesystems und die Definition von „Versorgungsregionen“ als grundlegender Entwicklungsbedarf eines qualitativ und quantitativ effektiven Systems benannt werden an dessen Ende regionale Budgets stehen könnten. „Der Suchthilfebericht enthält eine Fülle von Anregungen zur fachlichen Diskussion, er zwingt aber auch zur Erörterung von fachlich kontroversen Positionen. Die Mitglieder der HLS erwarten hier das Angebot eines umfassenden partizipativen Dialogs mit den Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe zur Weiterentwicklung der schon jetzt effizienten Hilfen“ so Dieter Adamski, Vorstandsvorsitzender der HLS. Dass die notwendige regionale Orientierung der Suchthilfe beispielsweise nur mit dem Verweis mit der unterschiedlichen Reichweite der Suchthilfe in einzelnen Stadtteilen und bei einzelnen Zielgruppen begründet wird, entbehrt einer umfassende Bestandsaufnahme und Mängelanalyse, der jetzigen – ja im Übrigen bereits weitgehend regional arbeitenden – ambulanten Suchthilfe. Zur fachlichen Diskussion und Bewertung des Suchthilfeberichtes wäre die Offenlegung einer solchen Mängel- und Bedarfsanalyse jedoch unbedingt notwendig.

Weiterhin kritisiert die HLS, dass nach dem mit Leistungseinschränkungen verbundenen Einfrieren der Zuwendungen in der ambulanten Suchthilfe im Jahr 2012 im jüngst veröffentlichten Suchthilfebericht ein Bekenntnis zum Erhalt des jetzt noch vorhandenen ambulanten Suchthilfeangebots fehlt. „Dazu müssen auch die im Zuge der allgemeinen Kostenentwicklungen und Tarifsteigerungen nötigen Zuwendungserhöhungen unbedingt umgesetzt werden“, fordert Cornelia Mertens, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der HLS. Auch die Aufforderung an die BGV, die dringend notwendige strukturelle Förderung der Vereinigungen der Suchtselbsthilfe wieder aufzunehmen, wiederholte die HLS in diesem Zusammenhang.
image

Die Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Suchthilfebericht wird die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. zunächst auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Anfang Februar fortsetzen.

Share on Facebook

Comments are closed