Rotstift in der Suchtselbsthilfe

Pressemitteilung der Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. vom 30. Juli 2012

Rotstift in der Suchtselbsthilfe – Kürzungen in der Suchthilfe angekündigt

Umverteilen statt kürzen fordert die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS). – Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg kürzt Zuwendungen für die Suchtselbsthilfe

Nach Informationen von Mitgliedern der HLS wurden von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) bereits Gespräche mit Trägern geführt, in denen mitgeteilt wurde, dass die beantragten Zuwendungen für die Organisation von Qualifizierung, Aus- und Fortbildung für Ehrenamtliche in der Suchtselbsthilfe ab 2013 bis zu 100% gestrichen werden. Die bisher angekündigten Einsparungen haben gravierende Konsequenzen: Den in Hamburg betroffenen Trägern droht der Zusammenbruch des Ausbildungssystems zur Qualifizierung, Aus- und Fortbildung für die ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer, die Auflösung und Schließung von Geschäftsstellen und damit einhergehend Arbeitsplatzverluste und Stellenreduktionen.

Die Suchtselbsthilfe trägt seit vielen Jahren anerkanntermaßen zur nachhaltigen Sicherung des Rehabilitationserfolgs von suchtkranken Menschen bei und ist die sogenannte 4. Säule unseres Gesundheitssystems. Suchtselbsthilfe ist wesentlicher Erfolgsfaktor im Rahmen der Behandlung, Rehabilitation und beruflichen (Re-)Integration von Suchtkranken. Nicht zuletzt die Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung fördern und unterstützen Suchtselbsthilfeprojekte. Der Erfolg spricht für sich: 80 % der regelmäßigen Besucherinnen und Besucher von Selbsthilfegruppen der Abstinenzverbände leben dauerhaft abstinent und 25 % kommen in Gruppen, ohne je professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben.

„Die Suchtselbsthilfe benötigt ein stabiles Fundament, um die Ressourcen der ehrenamtlich Tätigen zu bündeln und ihren unentbehrlichen Einsatz für die Gesunderhaltung und die Wiederherstellung von Gesundheit realisieren zu können. Daher fordern wir eine realistische und weitsichtige Umverteilung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel, statt einer radikalen Streichung und Schwächung des Suchtselbsthilfesystems“, sagt Dieter Adamski, Vorstandsvorsitzender der HLS. In Hamburg leisten derzeit ca. 370 Suchtselbsthilfegruppen und 16 Suchtselbsthilfeverbände unverzichtbare Hilfe und Unterstützung für Hilfesuchende.

Die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e. V. (HLS) ist die Dachorganisation von 44 Einrichtungen und Institutionen der Suchtkrankenhilfe und Suchtprävention in Hamburg und Träger des Büros für Suchtprävention (BfS).

Share on Facebook

Comments are closed