Aktionswoche 2015

Zusammen mit der Stadt Hamburg und der Deutschen Rentenversicherung veranstaltet die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen seit 2005, also seit zehn Jahren, öffentliche Aktionstage zum Thema Sucht. Vom 13. bis 21. Juni 2015 findet erneut eine bundesweite Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ statt, die von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten des Bundes durchgeführt wird.

In Hamburg sind hunderte Engagierte neun Tage lang dabei: Mitglieder von Selbsthilfegruppen, Fachleute von Beratungsstellen, Fachkliniken und aus der Suchtprävention, Ärzte, Apotheker und Menschen, die in Vereinen und in Kirchen aktiv sind. Um viele Menschen zu erreichen, veranstalten wir an vielen Orten Aktionen. Wir sprechen die Menschen direkt an – am Arbeitsplatz, in der Kirche, in der Arztpraxis oder in der Apotheke, auf dem Sportplatz oder in den Einkaufspassagen.

Diese Veranstaltung ist bitter notwendig, denn das Thema Rauschmittel kann nicht dem Boulevard und der Werbung überlassen werden. Wie die sich den Umgang mit Drogen vorstellen, kann man in dieser unsäglich, entwürdigenden Modelshow ansehen oder in der unerhörten Glücksspielwerbung. Von der allgegenwärtigen Alkoholwerbung mag man gar nicht reden. Im letzten Jahr lief sogar ein Cannabisspott von einer großen Lebensmittelkette.

Wir müssen über Legalisierung reden. Aber Legalisierung heißt nicht, dass jeder zu jeder Zeit alles konsumieren soll. Legalisierung heißt aus Sicht der Landesstelle „kontrollierter Konsum“ und „kontrollierte Abgabe“. Da ist mit dem Nikotin ein guter Weg gegangen worden. Aber die Art und Weise, wie in der Öffentlichkeit mit Alkohol umgegangen wird, ist der falsche Weg. Wir brauchen eine kontrollierte Alkoholabgabe und Alkohol muss vollständig raus aus dem Straßenverkehr und der Arbeitswelt.

Die Rauschgiftkriminalität stieg 2014 um fast zehn Prozent. Bundesweit 276.734 Straftaten sind der höchste Stand seit neun Jahren. Die Zahl der Drogentoten nahm um drei Prozent zu und kletterte auf 1032 Personen. Damit stiegen die Todesfälle im zweiten Jahr in Folge, nachdem zuvor über mehrere Jahre hinweg ein deutlicher Rückgang verzeichnet worden war. Die Todesfälle entstehen durch Amphetamine und Crystal Meth, weniger durch Heroin, Kokain und Crack. Die Erstkosumenten von Ecstasy stiegen um 42 Prozent, bei Crystal Meth noch um 14 Prozent.

Leider gibt es nur alle 2 Jahre eine Aktionswoche, angesichts dieser Zahlen bräuchten man jede Woche öffentliche Aktionen. Sie ist eine einzigartige Präventionskampagne, denn sie baut auf Freiwilligkeit, Bürgerengagement und Selbsthilfe.

Die Suchthilfe hat eine gute Botschaft für die Suchtkranken, die zu uns kommen: 95% aller von legalen Drogen Abhängigen verlassen suchtmittelfrei die Hilfeeinrichtungen, bei den illegalen Drogen sind es mehr als 75%.

Deshalb gibt es eine klare Botschaft:
Holen Sie sich Hilfe, denn Hilfe ist wirksam.

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