65 Jahre Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.

Am 30. Juni feierte die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) ihr Jubiläum. Die Brücke Blues Band schuf den musikalischen Rahmen für die Veranstaltung. Wir dokumentieren Auszüge aus der Presseerklärung der HLS:
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Mehr als 80 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter zahlreiche Mitglieder der HLS und viele langjährige Wegbegleiterinnen und –begleiter. Dieter Adamski (Vorsitzender des Vorstands) eröffnete die Jubiläumsfeier und wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die Arbeit und Schwerpunktsetzung der HLS stets gemeinsam mit den Einrichtungen, Trägern und Verbänden der Suchthilfe, Suchtprävention und Suchtselbsthilfe sowie den für Gesundheit und Gesundheitserziehung zuständigen Behörden in Hamburg erfolgte und daran auch zukünftig festgehalten wird.

Als am 11. April 1949 die HLS gegründet wurde, waren die Themen Substanzkonsum und Abhängigkeitserkrankungen in unserer Gesellschaft nicht so präsent, wie sie es heute sind. Tabak und Alkohol waren verhältnismäßig teuer, so dass sich nur wenige diesen „Genuss“ leisten konnten, anders als zuvor, zum Beispiel in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Um jedoch solche Erscheinungen nicht wieder entstehen zu lassen, wurde die Schulbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) mit dem Vorsitz der damaligen Arbeitsgemeinschaft bestehend aus den Landesfachverbänden des Guttempler-Ordens, des Blauen Kreuzes e.V, des Kreuzbunds e.V. und der Caritas betraut. So sollte mit geeigneten „Erziehungsmaßnahmen“ Suchtprobleme gar nicht erst entstehen – bis heute der Grundstein suchtpräventiver Maßnahmen.
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Mit der Zeit wurde sehr schnell deutlich, wie wichtig diese Entscheidung werden sollte: die zunehmende Zahl von Alkoholikern und Alkoholikerinnen, aufkommende Alkohol- und Drogenprobleme bei Jugendlichen, die Heroinwelle. Die Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, Trägern und Verbänden der Suchthilfe, Suchtprävention und Suchtselbsthilfe sowie den für Gesundheit und Gesundheitserziehung zuständigen Behörden war sehr erfolgreich: während noch vor ca. zehn Jahren Kamerateams im Sternschanzenpark oder vor dem Drob Inn den Süchtigen auflauerten und eine aufgeheizte Öffentlichkeit die Politik zur Schließung des Fixsterns trieb, hat sich die drogenpolitische Debatte inzwischen deutlich versachlicht.

Frau Hildegard Esser, Leiterin der Abteilung Gesundheit, Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg betonte in ihrem Grußwort die langjährige und konstruktive Zusammenarbeit mit der HLS, auf deren Grundlage sich die Suchthilfe in den vergangenen Jahren weiter professionalisierte und weiterentwickelte.
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Heute ist die Landesstelle erster Ansprechpartner für Medien und Politik, wenn es um suchtpolitische Fragen geht. Sie vertritt als Koordinierungs- und Fachstelle – aber auch als Organisation mit aktuell 43 Mitgliedern – gemeinsam mit ihren Mitgliedern, den Fachkräften, der Behörden, Politik und den Sozialpartnern, die Interessen von Sucht bedrohten oder betroffenen Menschen und setzt sich für die Verstärkung der öffentlichen Wahrnehmung von Suchtproblemen ein. „Damals wie heute steht die Beziehungsarbeit mit den Klientinnen und Klienten im Mittelpunkt der Suchtarbeit, die von einem großen Idealismus der Fachkräfte ebenso geprägt ist, wie von dem Ringen um Anerkennung für ihre kräftezehrende Tätigkeit“, so Dieter Adamski, Vorsitzender des Vorstands der HLS.

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