10 Jahre Conventstraße

Anke Parey

Anke Parey

Am Mittwoch, den 10.11.2010, von 12-17 Uhr haben wir das 10-jährige Bestehen unseres Standortes in der Conventstraße gefeiert. Für Essen und Trinken (u.a. alkoholfreie Cocktails) war gesorgt und wir hatten ein buntes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Zu unserer Freude, hatten sich zwei unserer langjährigen KlientInnen zur Verfügung gestellt, um über ihren Werdegang in und mit der Brücke zu berichten. Um 14:00 Uhr stellten die TeilnehmerInnen der Literaturgruppe  ihre Texte vor und es folgte eine musikalische Darbietung der Brücke-Blues-Band. Ein ehemaliger Kollege nahm uns auf eine musikalische Zeitreise durch die letzten 10 Jahre in der Brücke Conventstraße mit. Am Ende stellte sich die Selbsthilfegruppe der Guttempler vor. Es waren viele Menschen gekommen und die Stimmung war sehr gut.

Ein Jubiläum bringt es mit sich, dass man noch einmal zu den Anfängen zurückschaut. Und in diesem Fall werden sich einige bestimmt noch an die Turbulenzen in der Drogenhilfelandschaft Ende der 90er Jahre erinnern. Diese angespannte und oft  krisenhafte Zeit ist  dann aber erfolgreich und glücklich für die Brücke zu Ende gegangen. Die damalige Senatorin der BAGS Karin Roth wollte mit  „mehr Transparenz und Wettbewerb“ dem Vorwurf der Selbstbedienungsmentalität und Vetternwirtschaft begegnen. Für alle Träger der Drogenhilfe wurde eine gemeinsame Rahmenvereinbarung erarbeitet, die wesentliche Veränderungen in der Mittelgabe bedeutete. Im März 1999 wurde eine neue Dienstvorschrift über die Bewilligung von Zuwendungen herausgegeben.

Musik

Musik

2 Monate später wurden dann bundesweit erstmalig Sozial-Projekte öffentlich ausgeschrieben. Ausgeschrieben wurden zwei PSB Projekte – die von der Brücke und Palette – und 2 Gesundheitsräume, der von ragazza geplante Konsumraum und das drugmobil von Freiraum in Billstedt. Die Brücke hatte damals bereits 15 Jahre erfolgreiche Arbeit in der ambulanten Sucht- und Essstörungstherapie vorzuweisen. Ca. 88 Klientinnen waren in PSB bzw. medikamentengestützter ambulanter Therapie . Innerhalb eines Monats musste lt. Ausschreibung ein Angebot erstellt werden.

Im Juli war dann klar, die Brücke hatte sich gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen können und die Ausschreibung gewonnen. Wir konnten weiterarbeiten und sogar in einem größeren Rahmen als vorher. Die Sollzahlen für Klientinnen wurden auf 140 jährlich erhöht und die Angebote und Öffnungszeiten ausgedehnt. Das bedeutete, die Brücke musste neue Räume finden. Das Mutterschiff – die Brücke Walddörferstraße – war zu klein für diese Klientenzahl.

Im November 2000 sind wir in die Räume der Conventstraße gezogen. Durch die Nähe zur Drogenmabulanz Kiebitzstraße, konnten wir schnell neue KlientInnen und Klienten aufnehmen und somit unseren Standort im Bereich „psychosoziale Betreuung“ im Stadtteil etablieren.

An der Erweiterung unseres Konzeptes, haben wir stetig gearbeitet. So haben wir im Jahr 2003 eine Geldverwaltung für unsere KlientInnen und Klienten eingerichtet und die Brücke Conventstraße wird 1x wöchentlich von der Hamburger Tafel angefahren. In 2004 hat sich unsere Literaturgruppe die „Easy Writer“ formiert, die seitdem kontinuierlich und sehr produktiv Texte eigenständig erstellt und bearbeitet. Seit 2004 nehmen wir am Projekt Seitenwechsel teil. Der Seitenwechsel ermöglicht Führungskräften aus der Wirtschaft ein 1 wöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung zu machen.

Gäste

Gäste

In 2005 haben wir, iniziiert von der Landesstelle gegen die Suchtgefahren,  die „Aktionstage Sucht“ mitgestaltet. Ziel war allen Interessierten und der Politik einen Einblick in unsere Arbeit zugeben und auf das Thema Sucht aufmerksam zu machen. Die Aktionstage Sucht finden seitdem jährlich statt. Wir erweiterten durch die Aufnahme der Offenen Beratung, unser Konzept um ein umfassendes Beratungs- und Behandlungsangebot. Seit 2005 haben unsere KlientInnen die Möglichkeit eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Seit 2005 nutzt die Selbsthilfegruppe der Guttempler 1x wöchentlich unsere Räume, um sich zu treffen.

In 2006 haben wir, nach langer und kontroverser Diskussion,  „rauchfreie Räume“ geschaffen. In 2007 war der Beginn unseres Elterntrainings „Mutige Eltern“, angelehnt an dem Programm „Starke Eltern – Starke Kinder“ vom deutschen Kinderschutzbund. In 2008 wird eine 2x wöchentlich stattfindende ärztliche  Substitutionssprechstunde in den Räumen der Conventstraße eingerichtet.
Die Selbsthilfegruppe der NA trifft sich 1x wöchentlich in den Räumen der Conventstraße.

Seit 10 Jahren arbeiten wir kontinuierlich an der Erweiterung und Optimierung unseres Konzeptes, so dass wir ein breites Angebot im Bereich der Suchtberatung, psychosozialen Betreuung der und ambulanten Suchttherapie vorweisen können. Sollte die Entwicklung in diesem Tempo weitergehen, müssen wir   -aufgrund von Raumknappheit- in den Vorgarten ausweichen.

Die Organisation eines Festes erfordert viele Helfer und Helferinnen, für deren tatkräftige Unterstützung wir uns herzlich bedanken.

das 10-jährige Bestehen unseres Standortes in der Conventstraße wollen wir  gebührend feiern, am

Mittwoch, den 10.11.2010, von 12-17 Uhr

Für reichlich Essen und Trinken (u.a. alkoholfreie Cocktails) wird gesorgt sein.  Außerdem erwartet Dich ein buntes und abwechslungsreiches Programm.

Über Dein Erscheinen würden wir uns sehr freuen!

Liebe Grüße,

das Brücke-Team

10 Jahre Conventstraße

Ein herzliches Willkommen auch vom Team, der Teamleiterin in der Conventstraße – Lucyna Gleixner – und mir Anke Parey, als Leiterin des Bereiches PSB und Suchtberatung.
Wir freuen uns, Sie und Euch heute zur Feier anlässlich des 10- jährigen Bestehens der Brücke in der Conventstraße begrüßen zu können.
Einige werden sich vielleicht wundern, dass Lucyna Gleixner und ich uns hier als Abteilungsleiterinnen vorstellen. Anja Röttger, die über 15 Jahre diese Position innehatte, hat sich im August sozusagen auf eigene Füße gestellt und sich in eigener Praxis niedergelassen. Heute ist sie unser Gast und ich freue mich sehr, dass sie heute dabei ist. Ist es doch auch zum Großteil Ihr Verdienst, dass wir heute hier feiern können.

Ein Jubiläum bringt es mit sich, dass man noch einmal zu den Anfängen zurückschaut. Und in diesem Fall werden sich einige bestimmt noch an die Turbulenzen in der Drogenhilfelandschaft Ende der 90er Jahre erinnern. Diese angespannte und oft  krisenhafte Zeit ist  dann aber erfolgreich und glücklich für die Brücke zu Ende gegangen.

Was war passiert.?
Die damalige Senatorin der BAGS Karin Roth wollte mit  „mehr Transparenz und Wettbewerb“ dem Vorwurf der Selbstbedienungsmentalität und Vetternwirtschaft begegnen, Anlass war:  ihre Vorgängerin Helgrit Fischer Menzel war über die ihr unterstellten Begünstigungen gestolpert.
Für alle Träger der Drogenhilfe sollte eine gemeinsame Rahmenvereinbarung erarbeitet werden, die wesentliche Veränderungen in der Mittelgabe bedeutete.
v.a. für kleinere Trägervereine waren belastende Situationen vorauszusehen.

Vier kleinere Trägervereine– die Brücke, Palette, Freiraum und ragazza – waren damals so etwas wie die tapferen Gallier, die aufmüpften und mit ihrer Kritik nicht hinter dem Berg hielten. Es nützte nichts.
Es ging dann Schlag auf Schlag. Im März 1999 wurde eine neue Dienstvorschrift über die Bewilligung von Zuwendungen herausgegeben. 2 Monate später wurden dann bundesweit erstmalig Sozial-Projekte öffentlich ausgeschrieben. Ausgeschrieben wurden zwei PSB Projekte – die von der Brücke und Palette – und 2 Gesundheitsräume, der von ragazza geplante Konsumraum und das drugmobil von Freiraum in Billstedt.

Die Brücke hatte damals bereits 15 Jahre erfolgreiche Arbeit in der ambulanten Sucht- und Essstörungstherapie vorzuweisen. Ca. 88 Klientinnen waren in PSB bzw. medikamentengestützter ambulanter Therapie

Damit stand das Überleben der Brücke auf dem Spiel. Innerhalb eines Monats musste lt. Ausschreibung ein Angebot erstellt werden.

Im Juli war dann klar, die Brücke hatte sich gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen können und die Ausschreibung gewonnen. Wir konnten weiterarbeiten und sogar in einem größeren Rahmen als vorher. Die Sollzahlen für Klientinnen wurden auf 140 jährlich erhöht und die Angebote und Öffnungszeiten ausgedehnt. Das bedeutete, die Brücke musste neue Räume finden.
Das Mutterschiff – die Brücke Walddörferstraße – war zu klein für diese Klientenzahl.
Wie schwierig sich diese Suche gestalten sollte, wird Ihnen später noch Theo Jannet erzählen, der damals frisch ins Team kam und erst einmal neue Räume suchen musste, um Platz zum Arbeiten zu haben.
Den weiteren Verlauf wird Ihnen jetzt meine Kolleginnen Lucyna Gleixner und präsentieren.

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